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Thermoglätten - Automatische Feinbearbeitung von MDF-Bauteilen

Gemeinsam mit dem Institut für Holztechnologie Dresden gGmbH (ihd) und anderen Partnern wurde im Netzwerk „Thermoface“ das Thermoglättverfahren entwickelt und steht heute in verschiedenen Einsatzvarianten zur Verfügung. Das Netzwerk „Thermoface“ wurde 2004 mit dem Umweltpreis des Bundes der Deutschen Industrie (BDI) ausgezeichnet.

Problemstellung:

In der Regel werden Mitteldichte Faserplatten (MDF) zur Bearbeitung gefräst und geschliffen. Dabei führen unregelmäßig abgetrenne Holzfasern zu einer rauen, filzartigen Oberfläche - vor allem an Fräsprofilen. Auch Feinschliff kann nicht alle verbliebenen Fasern vollständig abtrennen. Zudem entsteht durch die Saugfähigkeit ein hoher Materialaufwand für Beschichtungen.

Lösung: Das Thermoglättverfahren

Ein elektrisch beheiztes Glättwerkzeug wird unter Krafteinwirkung dem Verlauf des unmittelbar zuvor gefrästen Profils nachgeführt. Durch Temperatureinwirkung werden aufstehende Fasern plastifiziert, mit holzeigenen Stoffen verklebt und verdichtet. Dadurch entsteht eine geschlossene, glatte Profiloberfläche, welche ideal für die nachfolgende
Behandlung vorbereitet ist. Der Glättmodul besteht aus einem Grundkörper mit digitaler Regelung zur Stabilisierung der Temperatur des Glättwerkzeuges und einer Wechseleinrichtung sowie einem Adapter, in dem sich das mit einer elektrischen Heizung und einem Temperatursensor ausgestattete Glättwerkzeug befindet. Der Glättmodul kann zusätzlich montiert oder direkt an der Spindel der CNC-Oberfräsmaschine geführt werden. Erstausstattung und spätere Nachrüstung sind möglich. Einzige Voraussetzung ist die Verfügbarkeit eines freien Anbauplatzes oder einer nutzbaren Bohr- oder Frässpindel.